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Zur Lage der Romavölker in den Balkanländern

Zur Lage der Romavölker in den Balkanländern, aber auch in den Ländern der EU soll hier in lockeren Abständen ein Bericht vorgelegt werden.

NEWS:
Budapest, 17.07.2013:
Die ERRC (European Roma Rights Centre) veröffentlichte einen Lagebericht über verschiedene Länder im Hinblick auf die Behandlung der Roma-völker in ihren Staatsgrenzen.

Als Beispiel – Länder wurden ausgewählt: Tschechei, Frankreich, Italien, Mazedonien, Serbien, Slowakei, Rumänien, Russland, Türkei und Türkei –

Zeitraum des zusammenfassenden Berichtes: 2011 – 2012.

Zusammenfassung:
Eine miserable Wohnsituation und andauernde Vertreibungen halten weiterhin an und sind eines der größten Probleme für Roma in folgenden Ländern: Frankreich, Italien, Serbien und Rumänien. Die Vertreibungen verletzten in den meisten Fällen internationale Rechtsstandards.
Eine Abtrennung von Roma-Kindern in den Schulen von Kindern der Nicht-Roma-bevölkerung ist weit verbreitet in Zentral- und Osteuropa. Genannt werden hier die Tschechei, Mazedonien, Serbien und die Slowakei. Roma-Kinder werden hier abgesondert in „spezielle Schulen“, wo sie einem reduzierten Ausbildungsplan unterliegen, und wo sie so von vorneherein in der Entfaltung ihrer eigenen Möglichkeiten behindert werden. Hier wird ihnen klar gemacht, dass sie von vorneherein ausgesonderte Kinder sind, die ein besonderes „stigma“ tragen.
In einigen Ländern, wie in Russland und in der Ukraine, gibt es reichlich Roma, die keinerlei persönliche Dokumente besitzen, ein Umstand, der sie dadurch daran hindert die Grundserviceleistungen des Staates in Anspruch nehmen zu können, wie die Teilnahme am Ausbildungs- und Gesundheitssystem.
Es gibt auch – wer denkt nicht dabei an die Berliner Mauer? – Länder, in denen die Wohnsiedlungen von Roma durch Mauern abgetrennt werden, so in der Slowakei und in Rumänien. Es werden dadurch Roma-ghettos von der Nicht-Roma-Bevölkerung abgetrennt.
Es gibt auch eine positive Entwicklung, nämlich in der Türkei, wo man (geringe) Anstrengungen machte, um auf die Probleme des Roma-Bevölkerungsanteils einzugehen.

Die ERRC kommentiert dazu:
Das Hauptproblem, nämlich Stereotype, Vorurteile und tief verwurzelte Anti-Roma-gefühle in vielen Ländern führen – seit Jahrhunderten – nach wie vor dazu, dass der Lebensstandard der Roma-Bevölkerung weit unter dem üblichen level liegt. Dezideriu Gergely, der Executive Director der ERRC, fasst zusammen (freie Übersetzung: H.K.): „Unsere Angaben über diese Länder zeigen auf, dass in Europa noch ein langer Weg zu gehen ist, bis Roma hier leben können ohne diskriminiert zu werden. Die Haltung den Roma-Völkern gegenüber ist der Lackmustest für die Werte in den Länder Europas, denen sie sich verschrieben haben. Die Regierungen haben hier noch eine große Verantwortung vor sich, Anti-Roma-aktionen zu bekämpfen.“

Diese Untersuchungen zeigen die größeren Probleme, die in diesen ausgewählten 10 Ländern für die Roma vorliegen; sie zeigen, dass trotz mancher Bemühungen, die Lebenssituation dieser Volksangehörigen zu verbessern, immer noch von weitreichenden Verletzungen der Menschenrechte ausgegangen werden muss. Sie zeigen, dass Roma, als einzelne und als Gruppe, immer noch unter Gewaltanwendung und Hasstiraden leiden und dass sie nicht teilnehmen können an den Möglichkeiten der Restbevölkerung hinsichtlich der essentiellen Serviceleistungen, der Ausbildung und der Wohnverhältnisse.