Historie

Wöblinstraße 1991/1992

Fußballspiel bei der Gemeinschaftsunterkunft

Ausgangslage – Niemand war auf das Neue vorbereitet

200 FLÜCHTLINGE VON HEUTE AUF MORGEN

Unterschiedlichste, Nationen, Sprachen, Kulturen und Religionen, trafen aufeinander. Familien, Mütter mit Kindern und junge Männer.

Gemeinsam: Toiletten, Bad, Küche, 4,5 m² Wohnfläche pro Person, 4 Personen im Zimmer von 18 m²

 

Drei barackenähnliche Häuser in Leichtbauweise

Verbot, den Kreis Lörrach zu verlassen

Arbeitsverbot = 24 Stunden zur Untätigkeit verdammt

Politische Situation im Hintergrund damals die drei „A“:

  • ABSCHOTTUNG
  • ABSCHRECKUNG
  • ABSCHIEBUNG

In der Bevölkerung herrschte eine Haltung aus Unsicherheit, Angst, Ablehnung und Vorurteilen

FÜR DIE FLÜCHTLINGE EIN KLIMA DER ANGST UND
VÖLLIGEN ORIENTIERUNGSLOSIGKEIT.

Es entstanden Spannungen und Aggressionen untereinander.

 

Wieso es nicht zu den befürchteten Problemen kam:

Arbeitskreis Miteinander

Sozialer Arbeitskreis (SAK)

Schüler_innen des HTG

Internationale Kommission

Amnesty International Lörrach

Kinderschutzbund

Dieter Kaltenbach-Stiftung

Unicef Lörrach[

Diakonie Lörrach

Caritas Lörrach

DRK Lörrach

AWO

Bürgerinnen und Bürger aus dem Kreis Lörrach

Das waren die Säulen, auf denen ein erträgliches Miteinander
entstehen konnte: Innerhalb der Unterkunft und nach außen zur Bevölkerung.

Alle diese Organisationen und Bürger_innen gibt es noch!

Was die einzelnen Gruppen und Bürger_innen getrennt und
gemeinsam unternommen und organisiert haben

Der „Arbeitskreis Miteinander“ engagierte sich:

 

    • Führte Sprechstunden durch für alle interessierten Asylbewerber_innen
    • Informierte über ihre rechtliche Situation
    • Begleitete sie auf die Ämter und pflegte Kontakt zum Landratsamt, zur Stadt Lörrach und den Gemeinderäten
    • Sorgte für den Bau eines Spielplatzes und Fußballfeldes
    • Organisierte ein Fußballturnier zwischen den Asylbewerbern, der Polizei und den Gemeinderäten und führte damit eher feindlich gesonnene Gruppen zueinander
    • Führte Gespräche mit den Nachbarn der Sammelunterkunft
    • Organisierte Feste in der Unterkunft
    • Organisierte von Flüchtlingen geleitete Kochkurse

Spielplatzeröffnung
Spielplatzeröffnung_Flyer

Kochkurs_Flyer

Der SAK stieg mit einem vollen Nachmittagsprogramm ein:

 

  • Hausaufgabenbetreuung
  • Gespräche mit den Eltern
  • Gespräche mit den Lehrer_innen
  • Spielstunde
  • Ausflüge

Hausaufgabenbetreuung_2

Schüler_innen des HTG gaben den Kindern Unterricht in Deutsch
und halfen ihnen bei den Hausaufgaben

Schülerin gibt Hausaufgabenhilfe

Bürger_innen besuchten einzelne Flüchtlinge und Familien:

 

  • Tranken mit ihnen Tee
  • Hörten ihnen zu
  • Lasen die Briefe der Behörden vor, übersetzten und erklärten sie
  • Zeigten ihnen die Stadt Lörrach und informierten sie über Deutschland
  • Gingen mit ihnen auf die Behörden
  • Begleiteten die Eltern und Kinder in die Kindergärten und Schulen
  • Machten mit ihnen Ausflüge
  • Erteilen Sprachkurse mit allgemeiner Orientierung, auch über Deutschland

Zu Besuch bei Flüchtlingen

Teestube_Flyer